Sloweniens Tourismusbranche erlebt einen weiteren starken Sommer, wobei internationale Besucher einen Großteil des Wachstums ausmachen – doch das Land fragt sich zunehmend, wie weit dieses Wachstum gehen soll.
Die Zahl der Touristenankünfte erreichte im Juli und August 2,2 Millionen, während die Übernachtungen auf 6,3 Millionen stiegen – beides ein Plus von 7 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Touristen wuchs um fast 9 %, während die Zahl der Übernachtungen einheimischer Besucher weitgehend konstant blieb, so Maja Pak Olaj, Leiterin des slowenischen Tourismusverbands (STO).
Deutschland dominierte weiterhin den slowenischen Sommertourismusmarkt und verzeichnete zusammen mit Tschechien, den Niederlanden, Italien und Polen fast die Hälfte der Übernachtungen. Polens starke Performance verdrängte Frankreich aus den Top Fünf. Unter den einzelnen Märkten wiesen Großbritannien, die USA, Spanien, Serbien und Polen die höchsten Wachstumsraten auf.
Vielversprechender US-Markt
Auf einer Pressekonferenz in Bled zur Sommersaison und den aktuellen Tourismustrends hob Pak Olaj die wichtigsten Faktoren für die internationale Bekanntheit des Landes hervor, darunter den Besuch des Basketballteams Los Angeles Lakers. Die bevorstehende Aufnahme von Direktflügen aus den USA im nächsten Frühjahr könnte dem Tourismus einen noch größeren Schub verleihen.
„Für den amerikanischen Markt ist das ein großer Sprung“, sagte Pak Olaj und merkte an, dass US-Besucher tendenziell mehr ausgeben und auch eher außerhalb der Hauptsaison reisen.
Fedja Pobegajlo, Direktorin der Handelskammer für Tourismus und Gastgewerbe, beschrieb direkte Verbindungen in die USA als ein langjähriges Ziel für Reiseziele wie Bled und Ljubljana, die ein beträchtliches Potenzial darin sehen, mehr Besucher vom lukrativen amerikanischen Markt anzuziehen.
Erfolg jenseits des Wachstums
Auf Basis aktueller Trends rechnet die slowenische Tourismusorganisation (STO) in diesem Jahr mit einem Wachstum des Tourismus zwischen 5 % und 6 %. Pak Olaj betonte jedoch, dass der Erfolg nicht allein an den Besucherzahlen gemessen werden könne. Slowenien bewertet den Tourismus zunehmend anhand eines breiteren Spektrums an wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Indikatoren.
Diese Entwicklung spiegelt eine wachsende Besorgnis in beliebten europäischen Reisezielen wider: Mehr Besucher bedeuten nicht zwangsläufig ein besseres Tourismuserlebnis.
„Die Besucherzahlen können steigen, aber die Qualität des Erlebnisses kann sinken. Ein Reiseziel kann Rekorde brechen, aber gleichzeitig seinen Charakter verlieren“, sagte Pak Olaj während einer Podiumsdiskussion zum Thema Tourismus beim Bled Strategic Forum am 1. September.
Kaum ein Ort verdeutlicht dieses Dilemma besser als Bled. Der malerische Badeort am See hat nur etwa 8.000 Einwohner, verzeichnete aber im vergangenen Jahr 1,2 Millionen Übernachtungen. Um sicherzustellen, dass die Destination ihre Popularität bewältigen kann, ohne dass der Tourismus ihren Charakter verdrängt, wird derzeit eine neue Tourismusstrategie erarbeitet.
Diversifizierung ist ein großer Vorteil
Dubravka Kalin, Tourismusbeauftragte im Wirtschaftsministerium, wies unterdessen auf einen ermutigenden Trend hin: Das Besucherwachstum erstreckt sich zunehmend über die bekanntesten Reiseziele Sloweniens hinaus. Der Sektor passt sich zudem dem veränderten Reiseverhalten an – von der Zunahme von Last-Minute-Buchungen bis hin zur wachsenden Nachfrage nach authentischen und erlebnisorientierten Reisen – und strebt gleichzeitig danach, einen höheren Mehrwert pro Besucher zu generieren.
Sloweniens breites Spektrum internationaler Märkte ist ein weiterer Vorteil, so Pobegajlo. Eine diversifizierte Besucherbasis verringert die Abhängigkeit des Landes von einzelnen Märkten und macht den Tourismussektor widerstandsfähiger gegenüber plötzlichen Veränderungen im Reiseverhalten.
Er forderte eine fortgesetzte gezielte Förderung, insbesondere in der Visegrád-Gruppe – Polen, Tschechien, Ungarn und Slowakei –, die er als Sloweniens stärksten gemeinsamen Auslandsmarkt bezeichnete.
Redaktion Tourismus Bild: i feel slovenia





