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Die slowenische Gemeinde in Österreich schrumpft

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Laut einer am 28. März vorgestellten Studie des österreichischen Meinungsforschungsinstituts OGM

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schrumpft die slowenische Gemeinde im österreichischen Bundesland Kärnten weiter. Der Gebrauch des Slowenischen im Alltag ist rückläufig und wird immer noch hauptsächlich zu Hause und in der Kirche verwendet.

Bei einem Querverweis auf Daten einer Volkszählung von 2001, bei der 12.600 Österreicher mit Kenntnissen der slowenischen Umgangssprache registriert wurden, stellte OGM fest, dass die Bevölkerungszahl tendenziell abnahm, je „slowenischer“ ein Ort im Jahr 2001 war.

In Gebieten, in denen der Anteil der slowenischen Bevölkerung über 30 % lag, gab es in den letzten zwei Jahrzehnten einen Bevölkerungsrückgang von 6 % Prozent. Unterdessen verzeichneten Gebiete, in denen Slowenen weniger als 15 % der Bevölkerung ausmachten, einen leichten Bevölkerungszuwachs.

Die Abwanderung spiele daher eine Schlüsselrolle und sei besonders hoch bei jungen Frauen, die in der Regel besser ausgebildet seien als ihre männlichen Altersgenossen, berichtete die Österreichische Presseagentur (APA) über die Ergebnisse.

Parallel dazu gebe es im südlichen Teil des Bundeslandes Kärnten seit dem EU-Beitritt Sloweniens durch den Zuzug slowenischer Staatsbürger eine Wiederbelebung des Slowenischen, heißt es in dem Bericht.

Was den Rückgang des Gebrauchs des Slowenischen im Alltag betrifft, so zeigte die Umfrage, dass es hauptsächlich im privaten Bereich unter Familienmitgliedern verwendet wird, aber auch in diesem Segment zurückgegangen ist.

In der Öffentlichkeit wird Slowenisch mittlerweile viel seltener verwendet, insbesondere wenn es um Institutionen geht. Dies geschieht in der Regel nicht freiwillig, sondern aufgrund mangelnder Slowenischkenntnisse der örtlichen Sachbearbeiter und einer „faktischen Nichtumsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Zweisprachigkeit durch eine Reihe von Behörden“. Die einzige deutliche Ausnahme von der weniger häufigen Verwendung des Slowenischen im öffentlichen Raum ist die Kirche.

Auf der anderen Seite stellt die Studie als positive Entwicklung fest, dass die Einschulungsraten in der zweisprachigen Grundschulbildung in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen sind. Auf anderen Bildungsebenen hinken zweisprachige Ansätze um die Hälfte hinterher. Der Einsatz des Slowenischen könne vor allem in der Vorschulerziehung und in der Langzeit- oder Hortbetreuung verbessert werden, berichtete die APA.

Die Studie, die eine Befragung von 562 Slowenisch sprechenden Personen umfasste, wurde vom OGM-Institut in Zusammenarbeit mit dem Beirat für die slowenische Gemeinde und der Abteilung für Nationalitäten beim Bundeskanzleramt in den Jahren 2021 und 2022 durchgeführt.

Redaktion Land und Leute
Bild: sta
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