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Kirche der Muttergottes am See

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Lernen Sie die Kirche mit der wechselvollen Geschichte kennen und wünschen Sie sich etwas beim Läuten der Wunschglocke.

Geschichte

Auf der Bleder Insel wurden Spuren einer prähistorischen (11. bis 8. Jh. v. Chr.) und slawischen Siedlung (9. bis 10. Jh.) gefunden.  Im Frühmittelalter befand sich am Platz der heutigen Kirche eine vorchristliche, wahrscheinlich altslawische Kultstätte. Aus der Zeit zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert wurden 124 Gräber und Skelette gefunden, die in der Kirche in einer Glasvitrine besichtigt werden können.  Etwa aus der gleichen Zeit stammen auch die Fundamente der vorromanischen Kapelle, die während der Zeit der Christianisierung errichtet wurde. Das einzige Beispiel eines Kultobjekts aus dieser Zeit auf slowenischem Gebiet.

Die erste gemauerte Kirche auf der Insel, soll der Patriarch von Aquileia, Pellegrino 1142 geweiht haben. Die Kirche wurde im 15. Jahrhundert in gotischem Stil umgebaut. Im Jahr 1465 wurde sie vom ersten Laibacher Bischof, Graf Sigismund von Lamberg geweiht. Im Jahr 1509 wurde sie durch ein Erdbeben beschädigt, weshalb sie gründlich erneuert werden musste, und zwar in barockem Stil. Aus der vorherigen gotischen Kirche sind nur die Fresken im Presbyterium und eine Holzstatue der Muttergottes erhalten geblieben, die wahrscheinlich am Hauptaltar stand.

Die Kirche heute

Die heutige Form der Kirche ist seit dem 17. Jahrhundert gleich geblieben, als sie nach einem erneuten Erdbeben saniert wurde.  Der Hauptaltar mit der reichhaltigen vergoldeten Schnitzerei auf der zentralen Altarplastik, die aus dem Jahr 1747 stammt, stellt die sitzende Muttergottes dar mit dem Übereigner des Bleder Besitzes Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde. Die Seitenaltäre, die Ende des 17. Jahrhunderts entstanden, sind dem hl. Sebastian, der hl. Magdalena und der hl. Anna gewidmet.

Der Glockenturm der Kirche wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Da er wie die Kirche durch zwei Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen wurde, und 1688 auch noch vom Blitz getroffen wurde, wurde er mehrmals erneuert. Der heutige Glockenturm ist 54 Meter hoch und hat drei Glocken, die von den Laibacher Glockengießern Samassa und Franchi gefertigt wurden.

Wie die Kirche haben auch die anderen Gebäude wie die Rundmauer und die monumentale Stiege, die 99 Stufen umfasst, ihre Form seit dem 17. Jahrhundert beibehalten.   Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die »Wunschglocke«. Im oberen Dachreiter über dem Kirchenschiff.

Legende der versunkenen Glocke

Die sogenannte »Wunschglocke« wurde 1534 von Franciscus Patavinus im italienischen Padua gegossen. Die Legende erzählt, dass damals auf dem Bleder Schloss eine junge, untröstliche Witwe lebte. Ihr Mann wurde von Banditen erschlagen, die seine Leiche in den See warfen. Deshalb nahm sie ihr gesamtes Silber und Gold und ließ die Glocke für die Kapelle auf der Insel gießen. Doch die Glocke kam nie auf der Insel an, weil ein Sturm das Schiff versenkte und die Schiffsleute umkamen. Man sagt, dass sie auch heute noch in klaren Nächten aus der Tiefe des Sees zu hören ist. Die verzweifelte Witwe verkaufte nach diesem Unglück ihr gesamtes Hab und Gut und ging in ein Kloster nach Rom. Nach ihrem Tod weihte der Papst eine neue Glocke und schickte sie auf die Bleder Insel. Wer diese Wunschglocke läutet und seinen Wunsch der barmherzigen »Frau aus dem See« mitteilt, dessen Wunsch wird erfüllt.

Erlebnis

  • Kommen Sie in der Kirche zur Ruhe und sammeln Sie Ihre Gedanken. Läuten sie an der Wunschglocke und wünschen Sie sich etwas.
  • Steigen Sie auf den Glockenturm und genießen Sie die Aussicht. Erleben Sie das Funktionieren der mechanischen Pendeluhr. Von hier aus können Sie auch die Wunschglocke sehen, wenn Sie zur Kirchenspitze blicken.
  • Besichtigen Sie auch die übrigen Gebäude auf der Insel.
  • Nehmen Sie an einer der heiligen Messen in der Kirche teil.
Redaktion Kultur
Bild: TZ-Bled
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